Service-Tipps

04.09.2014 16:46 Age: 3 yrs
Category: Servicetipps

Was tun, wenn’s rumst?

Ein Unfall ist immer eine extreme Stresssituation, mit der viele Autofahrer überfordert sind. Eine Checkliste hilft, im Ernstfall dennoch das Richtige zu tun.


Oft sind es die jungen Autofahrer, die noch unerfahren sind und nicht genau wissen, was nach einem Unfall zu tun ist. Ein Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer über die kostenfreie Service-Rufnummer 0800 25 026 00 gibt Auskunft zur schnellen und unkomplizierten Schadenabwicklung. (Bild: GDV DL)

Rund 2,4 Millionen Autounfälle verzeichnete das Statistische Bundesamt 2013 – das unfallreichste Jahr seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Im Vorfeld macht sich so gut wie niemand Gedanken darüber, wie er sich verhalten muss, wenn es tatsächlich kracht. Doch nur wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall Ruhe bewahren und richtig handeln.

1.    Unfallstelle absichern: Wenn es scheppert, sollte man zuerst das Warnblinklicht einschalten, die Warnweste anziehen, vorsichtig ausstiegen und mit dem Warndreieck die Unfallstelle sichern. Dieses muss auf Landstraßen 100 Meter und auf Autobahnen rund 200 Meter vor der Unfallstelle am rechten Straßenrand platziert werden, damit nachkommende Autofahrer rechtzeitig gewarnt werden. Bei kleineren Blechschäden sollten die Betroffenen die Unfallwagen zügig aus dem Gefahrenbereich an den Straßenrand fahren, damit der Verkehr nicht behindert wird. Davor aber idealerweise die Fahrzeugpositionen mit Kreide markieren und fotografieren. Für die spätere Analyse des Unfallverlaufs durch einen Gutachter sind Fotos aus verschiedenen Perspektiven und den einzelnen Fahrzeugteilen auf der Straße hilfreich.

2.    Rettungsdienst alarmieren: Sollte es Verletzte geben, sofort den Rettungsdienst unter 112 rufen und Erste Hilfe leisten. Achtung: Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar! Der Erste Hilfe-Kurs liegt schon ein paar Jahre zurück? Tipps und Infos bietet etwa das Deutsche Rote Kreuz unter www.drk.de.

3.    Polizei rufen: Kam es glücklicherweise nur zu einem Blechschaden, sollte man trotzdem die Polizei rufen. Die nimmt den Unfall auf. Dabei ermittelt sie auch den Verursacher. Das hilft, den Schaden, bei der Versicherung durchzusetzen.

4.    Zeugen suchen: Dann gilt, sich schnellstmöglich einen Überblick zu verschaffen, etwa nach Zeugen Ausschau zu halten, die den Unfallablauf beobachtet haben – auch wenn der Unfallhergang klar scheint. Wichtig ist, Namen und Anschriften zu notieren. Zeugen können später auch für die reibungslose Abwicklung mit der Versicherung hilfreich sein.

5.    Daten des Unfallgegners aufnehmen: Zeit, Ort, amtliches Kennzeichen, Name des Unfallgegners und dessen Versicherungsgesellschaft sowie die Nummer des Versicherungsscheins sollten protokolliert werden. Sind Versicherungspapiere nicht zur Hand, genügt ein Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer, der die Versicherung des Unfallgegners durchgibt: 0800 25 026 00.

Tipp: Ein unterschriebenes Protokoll von allen Unfallbeteiligten wird von der Versicherung genauso anerkannt wie ein Polizeibericht.

6.    Verkehrssicherheit prüfen: Bevor die Fahrt weitergeht, sollte unbedingt geprüft werden, ob das Fahrzeug noch sicher ist. Im Zweifel lieber in der Werkstatt oder beim Pannendienst anrufen, die das Auto abschleppen.

7.    Schaden melden: Nach einem Unfall muss der Schaden binnen einer Woche bei der Kfz-Versicherung gemeldet werden, sonst verfällt der Anspruch auf Versicherungsschutz. Jetzt ist auch das ausführliche Protokoll Gold wert. Von direkten Verhandlungen mit der gegnerischen Versicherung raten Verkehrsexperten aber dringend ab. Das sollte man einem Anwalt überlassen.

Bild: GDV DL