Service-Tipps

27.05.2014 13:47 Age: 4 yrs
Category: Servicetipps

Noch ganz dicht?

Das klassische Ersatzrad hat seit einiger Zeit Konkurrenz von Reifen-Dichtmitteln bekommen, auch weil diese Gewicht und Platz sparen. Doch was taugen solche Mittel im Ernstfall wirklich? Das Magazin auto motor und sport hat die klebrige Alternative getestet.


Testsieger: Das umfangreiche BMW Mobility Set aus dem BMW Einser ist laut Experten sehr zu empfehlen. (Bild: BMW)

Mehr als 90 Jahre war es ein treuer Begleiter: das Reserverad. Doch jetzt laufen ihm effizientere Kollegen wie Reifen-Reparaturkits den Rang ab. Sie benötigen weniger Platz, sind günstiger, anwenderfreundlich und durchschnittlich 18 Kilogramm leichter – das spart Kraftstoff. Doch wie gut funktioniert das sogenannte Tire Fit im Ernstfall? Experten der Zeitschrift auto motor und sport haben einige unter die Lupe genommen.

Der Testsieger: BMW Mobility Set aus dem BMW Einser

Funktion: Im Mobility Set enthalten sind Dichtmittel, Kompressor und Zubehör wie Stoffhandschuhe, Handmanometer und Füllanschlüsse. Im Falle einer Panne lässt man aus dem beschädigten Reifen durch Abschrauben des Ventileinsatzes die Luft raus und drückt das Dichtmittel mittels Kunststoffschlauch und Quetschflasche in den Reifen. Dann dreht man den Ventileinsatz wieder fest und pumpt den Reifen mit dem Kompressor auf.

Urteil: Daumen hoch für das BMW-Kit, das selbst mit einem Sechs-Millimeter-Stich fertig wird. Dichtmittelersatz kostet je nach Modell entweder 16 Euro für 350 Milliliter oder 26,50 Euro für 750 Milliliter. Die Experten sind voll und ganz von der Funktionalität überzeugt. Die nächste Panne kann kommen.

Empfehlenswert: Continental Mobility Kit aus dem Ford Focus

Auch das Mobility Kit von Continental ist komfortabel in der Anwendung. Hier wird der Flüssigkeitsbehälter direkt auf den Verdichter aufgeschraubt und das Dichtmittel unter Druck durch das Reifenventil in den Reifen gepumpt. Das erspart das An- und Abschrauben des Ventils. Nach der Anwendung müssen allerdings Dichtmittel und Druckschlauch ersetzt werden.

Urteil: Ein Vier-Millimeter-Stich kann problemlos abgedichtet werden. Trotz des teuren Preises von 73,45 Euro ist das System laut auto motor sport-Experten empfehlenswert.

Zufriedenes Urteil für Volkswagen Tire Mobility Set aus dem VW Golf

Das Set besteht aus 450 Milliliter Dichtmittel und einem 180-Watt-Kompressor. Die Anwendung gleicht der des BMW-Systems (siehe oben).

Urteil: Die Wirkung konnte die Experten nicht überzeugen. Im Golf sind standardgemäße 450 Milliliter an Bord. Für eine zuverlässige Reparatur eines Vier-Millimeter-Stichs aber ausreichend. Und der Preis ist noch erschwinglich: 37,90 Euro.

Mäßig zufriedenstellend: Reifen-Pilot Pannenspray

Das Spray lässt sich laut Experten einfach und schnell anwenden. So geht’s: Fremdkörper entfernen, Reifen mit beschädigter Stelle nach unten drehen, Restluft durch Eindrücken des Ventilstifts mit einem spitzen Gegenstand ablassen, Druckflasche anschließen, aufdrehen und fertig. Innerhalb von nur drei Minuten ist das schaumartige Dichtmittel in den Pneu gepumpt. Leider stoßen die Ressourcen der Sprühflasche an kalten Tagen schnell an ihre Grenzen.

Urteil: Einfache und schnelle Anwendung. Der Reifen-Pilot kostet gerade einmal 18,70 Euro und kann sogar Sechs-Millimeter-Stiche abdichten. Großes Manko: Nachfüllen und Druckkontrolle sind nicht möglich. Und darauf wird leider auch nicht hingewiesen. Die Experten-Daumen wandern nach unten.

Fazit: Die Zukunft gehört den Pannenkits

Reifen-Dichtkits sind laut den Testern einfacher anzuwenden, als einen kompletten Reifen zu wechseln. Trotzdem lässt bei manchen die Leistungsfähigkeit zu wünschen übrig.

Bild: BMW