Service-Tipps

02.12.2014 14:02 Age: 3 yrs
Category: Servicetipps

Autsch! Das mögen Reifen gar nicht

Etwa drei Millionen Reifen versagen laut ADAC hierzulande pro Jahr vorzeitig ihren Dienst. Ein häufiger Grund ist schlechte Behandlung. Unsere Experten sagen, wie es richtig geht.


Ein klassischer Einpark-Fehler ist der an die Bordsteinkante gequetschte Reifen. Das kann üble Spätfolgen habe. Denn das Reifenmaterial "merkt" sich solche Verletzungen. (Bild: CC)

Ein Reifen ist weit mehr als schwarzer Gummi. Er besteht aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien: natürlicher und künstlicher Kautschuk bilden die Lauffläche, ein Gürtel aus gummierten Stahldrähten dient als Stabilisator und gummierter Textilcord bildet das Reifengerüst, die sogenannte Karkasse. Eine Eigenschaft des Reifens ist, dass er nicht vergisst: Er speichert es, wenn er schlecht behandelt wird.

So können zum Beispiel forsches Überfahren eines Bordsteins oder Fahren mit zu geringem Luftdruck die Karkasse quetschen oder den Stahlgürtel verletzten. Die Quittung bekommt der Autofahrer mitunter erst einige Wochen später. Und durch kleine Verletzungen in der Lauffläche (etwa durch einen Nagel oder eine Scherbe) kann Feuchtigkeit bis zum Reifenunterbau eindringen. Das kann den Stahlgürtel angreifen und zu einem allmählichen Ablösen der Lauffläche führen.

Die drei häufigsten Anwenderfehler

Parken auf der Bordsteinkante:
Vielen Autofahrern fehlt die nötige Geduld beim Einparken. So wird der Reifen häufig an die Bordsteinkante gequetscht, im spitzen Winkel auf die Bordsteinkante geschoben oder nur mit der halben Lauffläche auf dem Bordstein geparkt. 

So geht’s richtig: Immer vorsichtig und wenn möglich im rechten Winkel über Bordsteinkanten fahren und darauf achten, dass die gesamte Lauffläche des Reifens auf dem Bordstein aufliegt.

Zu niedriger Reifendruck:
Durch einen zu niedrigen Druck überhitzt der Reifen, im schlimmsten Fall kann er sogar auf einen Schlag die komplette Luft verlieren. Außerdem erhöht sich die Reibung – der Reifen nutzt sich schneller ab.

So geht’s richtig: Autofahrer sollten den Luftdruck mindestens einmal im Monat kontrollieren, am besten vor oder nach dem Tanken. Der korrekte Luftdruck steht in der Betriebsanleitung, der Tankklappe oder der B-Säule. Ist das Fahrzeug teil- oder vollbeladen, muss der Reifendruck an das zusätzliche Gewicht angepasst werden. Experten empfehlen, grundsätzlich mit 0,2 bar höherem Reifendruck zu fahren als vorgeschrieben ist.

Falsche Lagerung:
Viele Autofahrer lagern die Reifen selbst, haben dafür aber keinen geeigneten Platz. Die Reifen lagern zum Beispiel in einem feuchten Keller oder kommen während ihrer Lagerung mit Öl, Fett oder Chemikalien in Berührung. Das greift das Material an. Auch neben dem Heizkessel oder helle Orte mit viel Sonneneinstrahlung sind keine geeigneten Lagerplätze – das Gummi verhärtet und wird spröde.

So geht’s richtig: Kompletträder mit Felgen sollten liegend gelagert werden, Reifen ohne Felgen auf einem trockenen, sauberen Boden senkrecht stehen und alle paar Wochen um eine viertel Umdrehung weitergedreht werden. Wer keinen geeigneten Platz bei sich daheim hat oder wem das zu mühselig ist, kann seine Reifen auch beim Fachhändler kostengünstig einlagern.

Für die Fahrzeugsicherheit sind intakte Reifen das A und O. Beim Reifenwechsel zweimal im Jahr ist ein gründlicher Reifen-Check in einer Kfz-Werkstatt immer fester Bestandteil. Ein Fachmann erkennt jede Beschädigung, die für den Autofahrer gefährlich werden könnte.

Bild: CC