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30.07.2012 10:40 Age: 6 yrs
Category: Nachrichten

Zechprellerei an der Zapfsäule

Laut einer Statistik hat von 2010 auf 2011 der Tankbetrug in Deutschland um neun Prozent zugenommen. Besonders in Großstädten wird gerne umsonst getankt.


Vollmachen und abhauen: Tankbetrug nimmt zu. (Bild: Aral)

Steigende Benzinpreise führen zu mehr Tankbetrug. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte im vergangenen Jahr 85.065 Fälle von Spritklau. Das waren neun Prozent mehr als 2010 (79.830). Für die Jahre zuvor gibt es keine Zahlen, da der Tankbetrug nicht gesondert erfasst wurde. Unter Tankbetrug versteht das BKA, dass Autofahrer an der Tankstelle Benzin tanken und dann wegfahren, ohne zu bezahlen. Laut des Onlineportals auto.de sind im gleichen Zeitraum die Preise für Benzin um zehn Prozent und für Diesel um 16 Prozent gestiegen.

Im Vergleich der Bundesländer (auf die Einwohnerzahl gerechnet) gibt es die meisten Tankbetrüger in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Am ehrlichsten sind die Bayern und Baden-Württemberger. Wenige Tankbetrügereien gibt es auch in Thüringen und Niedersachsen. In der Statistik des BKA gilt Köln bei den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern als Hochburg der Tankbetrüger. Auf 100.000 Bürger kommen hier 244 Fälle. Dahinter folgt Wiesbaden mit 190 Fällen pro 100.000 Einwohner. Platz drei teilen sich Berlin und Gelsenkirchen (180 Fälle), vor Hamburg (158). Am wenigsten betrogen wird in Bielefeld (64), München (66), Karlsruhe (67) und Stuttgart (69).

Trotz Kameraüberwachung lag die Aufklärungsquote deutschlandweit bei nur 43,2 Prozent. Den bundesweiten Schaden bezifferte das BKA für 2011 auf 5,75 Millionen Euro (2010: 4,43 Millionen Euro). Die Behörde erfasst jedoch nur die offiziell gemeldeten Fälle. Wie das Internetportal auto.de berichtete, schätzen BKA-Experten die Dunkelziffer auf rund 80 Prozent. Demnach läge die Zahl der tatsächlichen Fälle und der Schadenshöhe erheblich höher.

Wer in Köln quasi umsonst tankt, hat die besten Chancen, nicht erwischt zu werden. Nur in 21 Prozent der Fälle wurden dort im vergangenen Jahr die Täter ermittelt. In Berlin lag die Quote bei 25,9 Prozent. Von den 31.000 ermittelten Tatverdächtigen waren 78 Prozent Männer, größtenteils zwischen 21 und 60 Jahre alt und kamen aus der näheren Umgebung der Tankstelle.