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12.10.2016 13:41 Age: 1 year
Category: Servicetipps

Welcher Reifen darf's denn sein?

Reifenwechsel: Wenn die Winterreifen aus dem Vorjahr nicht mehr genug Profil haben oder zu alt geworden sind, müssen neue her. Doch wie findet man die passenden?


Langsam wird es Zeit, über Winterreifen nachzudenken. (Foto © Dunlop)

Wann muss ich wechseln?

Zur Orientierung gilt die "O-bis-O"-Regel, nach der Winterreifen von Oktober bis Ostern ans Auto gehören. Eine gesetzliche Vorschrift gibt es nur insofern, als dass sie bei winterlichen Straßenverhältnissen bereits aufgezogen sein müssen. Wer also nicht vom Frost überrascht werden will, vereinbart schon frühzeitig einen Werkstatt-Termin. Das ist auch im eigenen Interesse: Schon bei niedrigen Plusgraden entwickeln Sommerreifen nicht mehr den maximalen Grip.

Wann brauche ich neue Reifen?

Reifen sollten gewechselt werden, wenn sie älter als zehn Jahre oder zu stark abgefahren sind. Auch wenn der Gesetzgeber mindestens 1,6 Millimeter Restprofil fordern, empfehlen Experten, Winterreifen schon ab vier Millimetern oder nach sechs Jahren auszutauschen. Häufig nutzen sich die Reifen auf den Antriebsrädern schneller ab. Dann reicht es, nur diese zu wechseln. Idealerweise nimmt man wieder Pneus vom gleichen Typ, auch wenn Mischbereifung grundsätzlich erlaubt ist. Allerdings kann sich das Fahrverhalten bei stark unterschiedlichen Reifen verändern, deshalb sollte man etwa Radial- und Diagonal-Reifen nicht kombinieren. Das frische Paar sollte unabhängig von der Antriebsart auf der Hinterachse montiert werden, weil sie für die Fahrstabilität sorgt.

Wie erkenne ich die richtigen Reifen für den Winter?

Für den Winter geeignete Pneus erkennt man an den auf der Flanke vermerkten Kürzeln. Die gesetzlichen Anforderungen erfüllt bereits das "M+S"-Logo, das auch Ganzjahresreifen tragen können. Anspruchsvoller und heute bei ausgewiesenen Winterreifen weitgehend gängig ist jedoch das zusätzliche "Schneeflockensymbol" - ein Berg mit drei Gipfeln, in dem eine Schneeflocke abgebildet ist. Diese Reifen entsprechen dem strengen amerikanischen Industriestandard für Winterreifen.

Tun es auch Ganzjahresreifen?

Wenn der Pneu mindestens das "M+S"-Logo hat, darf er auch bei Eis und Schnee gefahren werden. Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen, schlagen sich bei jeder Jahreszeit ordentlich, sind aber nie spitze. Sie eignen sich beispielsweise für flache Gegenden mit milderem Klima und für Fahrzeuge, die vornehmlich in der gut geräumten Stadt genutzt werden. Vorteil ist die Zeit- und Geldersparnis, kann doch auf den zweimal jährlichen Wechsel verzichtet werden. Nachteil: Bei schneebedeckten Straßen kommen sie deutlich schneller an ihre Grenzen als richtige Winterreifen.

Welche Reifengrößen eignen sich für mein Auto?

Besitzer eines alten "Fahrzeugscheins" finden die zulässigen Standard-Dimensionen dort unter den Ziffern 20 und 21 beziehungsweise 22 und 23. Zusätzliche Größen werden häufig im Feld 33 unter "Bemerkungen" aufgeführt. Komplizierter wird es, wenn beim eigenen Auto die 2005 eingeführte zweiteilige "Zulassungsbescheinigung Teil I" den Fahrzeugschein ersetzt. Dort ist nur noch die kleinste zulässige Größe angegeben. Die restlichen Dimensionen finden sich in der beim Neuwagenkauf mitgelieferten EU-Übereinstimmungserklärung (auch COC-Papier genannt). Die Liste ist allerdings nicht erschöpfend, je nach Achslast und Höchstgeschwindigkeit sind auch andere Dimensionen erlaubt. Hier fragt man am besten den Fachmann.

Kann ich meine neuen Winterreifen auch selbst montieren?

Sind die Reifen auf Felgen gezogen, ist das möglich. Allerdings wird das bei neueren Pkw zunehmend schwierig, da diese häufig mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS oder TPMS) ausgerüstet sind. Seit November 2015 ist dieses bei Neuwagen sogar vorgeschrieben. Grundsätzlich kann man laut dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) auch solche Räder zu Hause wechseln, zum Programmieren der Sensor-Einheiten und das Zurücksetzen der Reifendaten wird aber in der Regel Spezialwerkzeug benötigt.

Die neuen Reifen sind montiert. Was gibt es noch zu beachten?

Wer neue Reifen auf den Achsen hat, sollte diese zunächst vorsichtig einfahren, weil sie möglicherweise etwas anders reagieren als die anderen und möglicherweise noch nicht den vollen Grip haben. Wenn Reifen aus dem Werk kommen, sind sie extrem glatt, da sie beim Vulkanisieren mit einem silikonähnlichen Trennmittel eingesprüht werden. Das sorgt dafür, dass die fertigen Reifen nicht an ihrer Form festkleben - führt aber auch zu vermindertem Halt auf Asphalt. Erst nach 200 bis 300 Kilometern ist die Beschichtung verschwunden, zudem wird die Reifenoberfläche leicht aufgeraut und greift dann besser. (sp-x)