News

21.04.2011 16:06 Age: 7 yrs
Category: Nachrichten

Wegfahrsperre für Alkoholsünder

Die Bundesregierung will zur Erhöhung der Verkehrssicherheit elektronische Wegfahrsperren für Alkoholsünder prüfen


Promilletest mit dem Alkolock: Dieses Auto lässt sich erst nach dem Pusten starten (Bild: Dräger Safety)

Erst Pusten, dann Starten – so lautet das Prinzip der elektronischen Wegfahrsperre Alkolock. In einigen Ländern und für bestimmte Autos ist der eingebaute Promilletest schon Standard. Künftig könnte Alkolock auch in Deutschland Alkoholsünder am Losfahren hindern: Die Koalitionsfraktionen von Union und FDP denken über die Einführung der Alkolocks nach. Die Fraktionen fordern von Verkehrsminister Peter Ramsauer, den Einsatz der Geräte zu prüfen.

Keine Pflicht

Die Alkolocks sollen aber nicht für jeden Autofahrer verpflichtend sein. Die Ministeriumssprecherin sagte am Mittwoch in Berlin, Verkehrsminister Peter Ramsauer stehe einem freiwilligen Einbau offen gegenüber, lehne aber einen verpflichtenden Einbau ab. Dafür nannte Ramsauer zum einen moralische Gründe, zum anderen verwies sie auf die Kosten für den Einbau, die Eichung und die Wartung der Geräte. Allerdings befürwortet die Bundesregierung eine Einführung elektronischer Wegfahrsperren für Alkoholsünder auf EU-Ebene.

Funktionsweise

Die Promilletester wirken wie ein zweites Zündschloss: Vor jeder Fahrt muss in die fest installierte Apparatur gepustet werden. Bei Werten ab 0,2 Promille unterbricht das mit der Fahrzeug-Elektronik verbundene Atemmessgerät-Gerät die Zündung. Rund 1.000 Euro kostet die Umrüstung. Laut Dekra fährt in Schweden schon jeder vierte verkaufte Volvo mit einem Alkolock an Bord. Weltmarktführer für die Alkolock-Geräte ist das Lübecker Unternehmen Dräger Safety.

(Bild: Dräger Safety)