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12.12.2016 16:02 Age: 1 year
Category: Servicetipps

Unfall nach Plan

Statistisch gesehen ist rund jeder zehnte Autounfall kein Zufall. Wer glaubt, Opfer einer solchen Manipulation geworden zu sein, sollte unbedingt einige Dinge beachten.


Rund jeder zehnte Autounfall in Deutschland ist kein Zufall. (Foto © GDV)

Nach Angaben des Dachverbandes GDV entstehen der deutschen Versicherungswirtschaft jedes Jahr rund zwei Milliarden Euro Schaden durch absichtlich herbeigeführte Unfälle. Doch solche Manipulationen gehen nicht nur zu Lasten der Versicherungen, sie können auch für Autofahrer unangenehme Folgen haben. Wer bei einem Unfall eines der typischen Indizien für Manipulation erkennt, sollte misstrauisch werden und sich Hilfe holen.

Als Tatorte sind vor allem unübersichtliche Verkehrssituationen beliebt, etwa Kreuzungen, Einmündungen oder Stellen, wo Fahrstreifen gewechselt werden müssen. Als Opfer suchen sich die Täter gerne Ortsfremde, Senioren, Frauen oder Fahranfänger aus. Ungewöhnliches Fahrverhalten des Unfallgegners vor der Kollision kann ein Zeichen für Manipulation sein, etwa stark verzögertes oder abruptes Bremsen oder ein längeres Verfolgen des späteren Opfers. Beliebt ist es auch, das Opfer mit vermeintlich freundlichen Handzeichen in eine Vorfahrtsfalle zu locken und die Signale später zu leugnen. Skeptisch werden sollte man auch, wenn der Unfallgegner nach dem Crash ein auffällige routiniertes Auftreten und Vorgehen zeigt. Häufig sind auch Mittäter in der Nähe, die als angebliche Zeugen den Druck auf das Opfer erhöhen sollen.

Besteht der Verdacht einer Manipulation, rät der GDV, zur weiteren Beweissicherung unbedingt die Polizei hinzuziehen und die Versicherung zu informieren. Wichtig sind zudem Angaben darüber, ob der Unfallbeteiligte hätte bremsen oder ausweichen können oder ob er sogar sein Fahrzeug beschleunigt hat. Auch Fotos von den Unfallspuren, den Endlagen und von allen Seiten der beteiligten Fahrzeuge helfen bei der späteren Analyse des Geschehens.

Unfall-Manipulationen haben für die Opfer unangenehme Folgen: Sie müssen nicht nur den Schreck verdauen und eventuelle Verletzungen behandeln lassen, sondern nehmen auch finanziell Schaden, etwa durch die Hochstufung in der Schadensfreiheitsklasse. Hinzu kommen möglicherweise ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Die Strafe für die Täter ist entsprechend hoch. Ein provozierter Unfall ist ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und wird mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren sanktioniert. (sp-x)