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09.06.2010 16:32 Age: 8 yrs
Category: Nachrichten

Oft nicht erhältlich

Viele Basismodelle nicht verfügbar. Hersteller verdienen vor allem an Extras.


Viele Autohersteller werben in Deutschland mit günstigen Basismodellen, die es gar nicht zu kaufen gibt. Die angegebenen Basispreise sollen vor allem Kunden locken – die dazugehörigen Modelle sind jedoch häufig gar nicht verfügbar, sagt Auto Bild. Grund: Erst wenn der Kunde Extras wie Navigationssystem oder Sport-Pakete mit bestellt, verdient der Hersteller kräftig.

So bewirbt Audi beispielsweise das Einstiegsmodell des A1 mit 86-PS-Motor in seinen Prospekten zu Preisen ab 15.800 Euro. Der Audi-Konfigurator im Internet führt das Basismodell allerdings gar nicht auf. Auf eine Nachfrage von AUTO BILD bei der Kundenhotline von Audi heißt es: „Keine Ahnung, wann der 86-PS-Motor kommt. Bisher ist er nur angedacht.“ Der günstigste A1 kostet derzeit 18.330 Euro – also 2.530 Euro mehr als das beworbene Basismodell.

Volkswagen liefert bis auf Weiteres den Geländewagen Touareg nur mit einem 2.060 Euro teuren Navigationssystem aus – ein Extra, das gekauft werden muss. Die VW-Hotline bestätigt indes, dass die Angabe des Grundpreises in Höhe von 49.900 Euro falsch sei. Richtig wären 51.960 Euro.

Hinzu kommt, das vielbeworbene Extras häufig an teure Ausstattungs-Pakete gekoppelt werden. Wer beim neuen Opel Meriva einen Ergonomiesitz eingebaut haben möchte, muss zusätzlich ein teures Extra-Paket kaufen: Für 2.050 Euro müssen zuerst Klimaanlage, Radio und Tempomat bestellt werden, um dann für weitere 500 Euro die rückenfreundliche Sitzanlage zu bekommen.

„Die Hersteller haben kein Interesse daran, nackte Autos zu verkaufen“, sagt Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft in Bergisch Gladbach zu AUTO BILD. Hersteller verdienen vor allem an den teuren Extras. Während VW offiziell keine Zahlen nennt, ist aus dem Konzernumfeld zu erfahren, dass an einem Basis-Golf nur rund 600 Euro verdient werden. Bei den Extras werden die Einkaufspreise hingegen teilweise verdreifacht. So verdient Volkswagen allein am Navigationssystem RNS 510 (für eine Aufpreis von 2.650 Euro) mehr als am Auto selbst.