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12.09.2016 17:25 Age: 1 year
Category: Nachrichten

Nur schwer auszubremsen

Produktpiraterie: Wer mit guten Produkten Erfolg hat, hat manchmal auch Pech – er wird kopiert. Einer der renommiertesten Bremsenhersteller der Welt, Brembo, kann ein Lied davon singen. Im Internet und über dunkle Kanäle werden Billig-Kopien angeboten, zumeist aus Asien. Ein kriminelles wie gefährliches Spiel mit der Sicherheit.


In Asien gibt es eine riesige Auswahl an gefälschten Bremssätteln. (Foto © Brembo)

Kopieren geht über Studieren. Ob Handtaschen von Prada oder Luis Vuitton, Polo-Shirts von Armani oder Ralph Lauren oder Uhren von Rolex oder IWC, sie alle gehören zu jenen Premiummarken, auf die Warenfälscher ein besonderes Auge geworfen haben. Es gibt Millionen von Billig-Kopien mit oft täuschend echtem Aussehen. Die meisten von ihnen kommen aus Asien.

Das Phänomen der Produktpiraterie bekommt immer häufiger auch der renommierte italienische Bremsenhersteller Brembo zu spüren. Dessen gutes Marken-Image ruft Produktfälscher auf den Plan. Zahlreiche Kleinbetriebe in China, Taiwan, Hong Kong, Macao, Thailand oder aus Südostasien fertigen mittlerweile Bremsenteile mit Brembo-Logo nach und bieten sie im Internet zu wesentlich günstigeren Preisen als die Original-Teile an. Der Fake-Markt hat sich für Brembo zum echten Problem entwickelt. "Wir machen uns Sorgen, dass gefälschte Produkte zunehmend auch in Europa auftauchen - mit entsprechenden Konsequenzen für die Sicherheit der Autofahrer", sagt Paolo Rezzaghi, der bei Brembo die Ermittlungen zur Produktpiraterie leitet.

Bremsen sind sicherheitsrelevante Teile, die 100-prozentig funktionieren müssen, wenn es drauf ankommt. Kopien sind oft nicht mit kontrollierten Materialien gefertigt und ordnungsgemäß getestet und überprüft worden. Für Laien sind Kopie und Original kaum zu unterscheiden. Brembo testete eine der Billig-Kopien, die erwartungsgemäß versagte, Risse zeigen dies überdeutlich.

Gefälscht wird im Automobilbereich so gut wie alles. Das reicht von Scheibenwischern zu den Rückleuchten und geht über Felgen und Tuning-Zubehör bis hin zu Kraftstoff- und Luftfiltern. "Wenn ein Teil nachgemacht werden kann, dann wird es nachgemacht. Zu den Bestsellern aber gehören nach wie vor die Bremsen", sagt Stefan Moritz, Regionaldirektor von MarkMonitor. Er warnt generell davor, Ersatzteile im Internet über dubiose Adressen zu bestellen. Der Online-Kauf verlangt eine gute Portion Skepsis. Sicherer ist, Ersatzteile über eine Werkstatt zu besziehen. (sp-x)