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11.05.2016 17:48 Age: 2 yrs
Category: Servicetipps

Nicht klug, aber legal

Recht: Es mag überraschen, doch es ist wahr, Autofahrer dürfen Flip-Flops tragen. Doch was passiert bei einem Unfall? Zahlt dann in jedem Fall die Versicherung?


Sommerliches Schuhwerk mag fürs Autofahren schlecht geeignet sein, illegal ist es aber nicht. (Foto © SP-X)

Wer an sommerlichen Tagen entspannt im Garten chillt, trägt meist lockeres Schuhwerk. Flip-Flops erfreuen sich seit Jahren sehr großer Beliebtheit. Wer jetzt spontan mit dem Auto zum Supermarkt fahren muss, zieht vernünftigerweise wieder festes Schuhwerk an. Doch entgegen der landläufigen Meinung darf man auch mit Flip-Flops fahren. Tatsächlich gewährt der Gesetzgeber Autofahrern hier großen Spielraum.

Wichtig ist: Es gibt in Deutschland kein Gesetz, welches das Fahren mit Flip-Flops verbietet. Pauschal werden Flip-Flop-Trägern also keine Bußgelder ausgestellt, sollten diese mit lockerem Schuhwerk am Steuer erwischt werden. Allerdings verlangt der Gesetzgeber vom Fahrer, dass dieser immer in der Lage sein muss, sein Auto sicher zu beherrschen. Deshalb verpflichtet die Berufsgenossenschaft Berufsfahrer auch zum Tragen von festem Schuhwerk.

Lockeres Schuhwerk ist eher hinderlich, sollte es darum gehen, maximale Kontrolle über das Fahrzeug in jeder erdenklichen Situation zu behalten. Im Fall einer Notbremsung können die Füße mit Flip-Flops leicht vom Bremspedal rutschen, was sich negativ auf die Bremsleistung auswirkt. Sollte dieser "Fehltritt" einen Unfall provozieren, könnte das Gericht dem Flip-Flop-Träger möglicherweise eine Teilschuld zusprechen.

In einem solchen Fall könnte es sogar Probleme mit der Versicherung geben. Die Leistung der Haftpflicht wäre hier nicht betroffen. Die Kaskoversicherung könnte bei grober Fahrlässigkeit ihre Leistung jedoch einschränken. Der Gesamtverband der Versicherer GDV weist allerdings darauf hin, dass das Tragen von lockerem Schuhwerk in nur sehr seltenen Fällen als grob fahrlässiges Verhalten gewertet wird. (sp-x)