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20.03.2015 13:39 Age: 3 yrs
Category: Nachrichten

Neuer Verbrauchstest ab 2017

Ein neues Verbrauchstestverfahren schafft mehr Klarheit: Der Spritverbrauch eines Autos wird in Zukunft nach einem neuen internationalen Standard ermittelt. Die Angaben sollen besser vergleichbar und realistischer sein. Ab 2017 wird das neue Verfahren schrittweise in der EU und in anderen Staaten eingeführt.


Das neue Messverfahren verspricht realistischere Werte bei Verbrauch und Emission. (Foto: TÜV SÜD)

Die neuen Emissions- und Verbrauchsangaben sollen deutlich näher am tatsächlichen Alltagsverbrauch der Autos liegen, als das bisher der Fall ist. Die United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) hat den neuen Standard mit dem Namen „Worldwide harmonized Light Vehicle Test Procedures“ (WLTP) entworfen, der ab 2017 schrittweise eingeführt werden soll. Die einheitliche Beurteilung der Verbrauchs- und Abgaswerte macht sie international vergleichbar und Zulassungen dadurch einfacher. Teilnehmende Länder sind bislang die EU-Staaten, Australien, China, Indien, Japan, Norwegen, Süd-Korea, Russland, Südafrika, die Türkei und Moldawien.


Näher am Alltagsverbrauch
In der Vergangenheit hatten Autoexperten den bisher geltenden EU-Standard (NEFZ) immer wieder kritisiert: Er würde zu niedrige Verbrauchswerte liefern, da zum Beispiel mit Spezialreifen und ohne Nebenverbraucher wie Heizung, Lüftung und Klimaanlage getestet würde. Das neue Messverfahren soll deshalb realistischere Fahrzeug-Daten zum Verbrauch und zur Emission liefern. Die Testautos fahren im Test künftig nicht mehr nur bis zu 120, sondern mit über 130 Kilometern pro Stunde. Die Durchschnittsgeschwindigkeit erhöht sich dadurch um ein Drittel. Auch die Teststrecke auf dem Prüfstand wird verlängert und beträgt künftig 23 statt wie bisher 11 Kilometer. Außerdem sorgen drei neue Gewichtsklassen für mehr Fairness beim Vergleich von leichten Kleinwagen und schweren Limousinen.


Höhere Emissionswerte
Erste Testergebnisse zeigen, dass der WLTP im Vergleich zum NEFZ nicht automatisch höhere Verbrauchswerte zur Folge hat: Während bei einem 5-Gang manuell geschalteten Benziner der Verbrauch sowohl laut NEFZ als auch WLTP gleich war, konnte sich ein Dieselfahrzeug mit 6-Gang-Automatikgetriebe sogar um gut einen halben Liter auf 100 Kilometer verbessern. Anders sieht es bei den Schadstoffwerten aus: Hier schneiden die meisten Autos nach dem WLTP insgesamt schlechter ab. Bei einem 5-Gang-Benziner lagen die Kohlenmonoxid-Werte zum Beispiel um 87 Prozent höher. Die Autohersteller werden sich künftig also mehr Mühe geben müssen, um die Emissionswerte ihrer Motoren zu optimieren.