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02.08.2013 15:36 Age: 4 yrs
Category: Nachrichten

Mitschuld bei „oben ohne“

Radfahren ohne Helm ist gefährlich und kann zudem teuer werden.


Der Helm schützt nicht nur vor Verletzungen, sondern auch vor einem Urteil. Bildquelle: CC

Helm auf? Ganz recht! Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein hat jüngst bei einem Prozess entschieden, dass Radfahrer ohne Helm bei Zusammenstößen mit Autos eine Mitschuld tragen, wenn der Helm Kopfverletzungen verhindert oder wenigstens gemindert hätte. Das gilt selbst dann, wenn der Autofahrer sich verkehrswidrig verhalten hat. Die Begründung: Radfahrer seien im Straßenverkehr einem besonders hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt, außerdem sei der Kauf eines Helms finanziell zumutbar.

In dem verhandelten Fall fuhr eine Frau mit ihrem Rad ohne Helm eine Straße entlang, als die Insassin eines parkenden Autos plötzlich die Tür öffnete. Die Radfahrerin konnte nicht mehr bremsen und stürzte. Dabei zog sie sich schwere Kopfverletzungen zu und verbrachte zwei Monate im Krankenhaus. Das Gericht entschied, sie trage 20 Prozent der Schuld, weil sie keinen Helm trug, der die Verletzungen zumindest verringert hätte.

Das Besondere an dem Urteil ist nicht, dass einen Radfahrer eine Mitschuld trifft, weil er in einen Unfall verwickelt wurde und keinen Helm trug. Neu ist, dass ein Alltags-Fahrer verurteilt wurde: Bislang trafen ähnliche Urteile nur sportlich ambitionierte Radfahrer, die deutlich schneller unterwegs sind und damit im Straßenverkehr ein erheblich höheres Risiko eingehen.

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