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23.09.2010 10:09 Age: 7 yrs
Category: Nachrichten

Mehr Grip

Wissenswertes rund um Winterreifen


Bild: TÜD SÜD

Im Juli diesen Jahres hat das Oberlandesgericht Oldenburg die Winterreifenpflicht für unwirksam erklärt. Der Grund: Die gesetzliche Regelung (§ 2 Abs. 3a StVO) sei nicht verständlich formuliert. Trotzdem bedeuten Winterreifen ein klares Sicherheitsplus in der kalten Jahreszeit – darüber sind sich Gesetzgeber, Reifen-hersteller und unabhängige Prüforganisationen wie TÜD SÜD einig. Der Grip von Sommerreifen lässt mit sinkenden Temperaturen spürbar nach, weil die Gummi-mischungen von Sommerreifen verhärten. Winterreifen haben in der Regel weichere Gummimischungen, die sich besser der Fahrbahnoberfläche anpassen. Mit Sommerreifen kann sich der Bremsweg gerade auf schneeglatter Fahrbahn mehr als verdoppeln.

Wer sich jetzt die neuen Reifen zulegt, sollte jedoch einiges beachten. Einsatz, Fahrgewohnheiten und Umweltaspekte spielen beim Kauf eine entscheidende Rolle.

  • Wer viel auf verschneiten Straßen in bergigem Gebiet unterwegs ist, sollte auf gute Fahreigenschaften der Reifen auf Eis und Schnee achten. Wer dagegen viel auf Autobahnen unterwegs ist, sollte sich langlebige Winterreifen mit guten Nässeeigenschaften zulegen. Für jeden Winterfahrtyp bieten die Ergebnisse der Winterreifentests einen guten Überblick.

  • Beim Kauf sollten Autofahrer auf das Schneeflockensymbol achten, das gute Wintereigenschaften garantiert. Reifen mit der gängigen Kennzeichnung M&S („Mud and snow“, deutsch: Matsch und Schnee) haben laut TÜV SÜD nur eine eingeschränkte Wintertauglichkeit.

  • Ganzjahresreifen sind nach Ansicht von TÜV SÜD allenfalls für Flachlandverkehr und für schneeärmere Regionen ohne bedeutende Steigungen geeignet. Außerdem sind sie nicht unbedingt billiger, denn Gansjahresreifen verschleißen schneller und haben einen höheren Rollwiderstand als Wechselreifen.

  • Das verbreitete Voruteil, dass Winterreifen mehr Sprit verbrauchen und damit zu einem höheren CO2-Austoß führen, stimmt nicht. Dass das Auto im Winter mehr Sprit verbraucht, liegt an der Kälte, und nicht an den Reifen.

  • Auch wenn die gesetzliche Mindesttiefe des Profils genauso wie bei Sommerreifen bei 1,6 Millimetern liegt: Nach Ansicht von Experten wie Reifenherstellern sollte die Profiltiefe bei Winterreifen vier Millimeter nicht unterschreiten. So ist optimaler Grip gesichert. Wer in andere Länder reist, muss im Winter ohnehin mehr Profil zeigen. Österreich verlangt vier, Schweden drei Millimeter.

  • Längst vorbei sind die Zeiten, in denen mit Winterbereifung bei 160 Stundenkilometern Schluss war. Üblich sind heute Freigaben bis 190 oder 210 km/h, teilweise sogar bis 240 km/h. Wichtig: Liegt die Angabe zur Höchstgeschwindigkeit der Reifen unter der des Autos, muss ein Aufkleber im Cockpit darauf hinweisen – sonst droht ein Bußgeld.

  • Der Reifendruck hat großen Einfluss auf den Sprit-Verbrauch. Schon wenige Zehntel Bar verminderter Druck erhöhen den Rollwiderstand um bis zu 20 Prozent – Sicherheit und Geldbeutel leiden. Deshalb sollten Autofahrer regelmäßig prüfen, ob genug Druck im Reifen ist. Orientierung geben die Empfehlung des Fahrzeugherstellers.

Mehr Informationen gibt es unter www.tuev-sued.de