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20.03.2014 16:59 Age: 4 yrs
Category: Servicetipps

Luft raus?

Macht der Reifen beim Fahren plötzlich schlapp, sollte man sofort reagieren. Wer einige Hinweise befolgt, kann den Radwechsel mit ein paar Handgriffen selbst erledigen.


Tipp: Beim Reifenwechsel sollten Autofahrer darauf achten, die Radschrauben nicht zu fest zu ziehen. Die Schrauben könnten sonst abbrechen. (Bild: CC)

Geht dem Reifen unterwegs plötzlich die Puste aus, merkt man das meistens an einem veränderten Fahrgefühl. Wenn Bremsen und Lenken plötzlich schwerfällig werden, sollten Autofahrer unverzüglich rechts ranfahren – aber ohne halsbrecherisches Manöver. Dann heißt es: Pannendienst rufen oder Reifen selbst wechseln. Wer selbst anpacken möchte, muss einiges beachten. 

Sicheres Vorgehen

Als erstes sollte das Fahrzeug mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf einen sicheren Standplatz ausrollen. Ist es dunkel, sollte zusätzlich das Standlicht eingeschaltet werden. Wichtig ist, dass die Passagiere auf der zur Fahrbahn abgewandten Seite aussteigen. Dann das Warndreieck ungefähr 150 Meter hinter dem Fahrzeug – bei Kurven vor dem Kurveneingang – aufstellen und Warnweste anziehen. Dann geht’s zum Radwechsel:

  1. Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen. Bei Automatikautos den Wählhebel auf „P“ stellen.
  2. Bedienungsanleitung zur Hand nehmen. Dort ist die Information enthalten, wo der Wagenheber untergebracht ist und wie er anzuwenden ist.
  3. Radschlüssel und Ersatzrad griffbereit legen.
  4. Soweit eine Radkappe vorhanden ist, mit dem spitzen Ende des Radmutternschlüssels abmontieren.
  5. Alle Radmuttern eine halbe Umdrehung lösen.
  6. Wagenheber an der dafür vorgesehen Stelle ansetzen und das Auto bis zur passenden Höhe aufbocken.
  7. Alle Radmuttern nun ganz lösen, defektes Rad abnehmen und Reserverad anlegen.
  8. Radmuttern handfest anschrauben und Fahrzeug ablassen
  9. Schrauben über Kreuz mit dem Radschlüssel festziehen. Noch immer sieht man Autofahrer, die auf den Radschlüssel steigen, um die Radmuttern möglichst fest zu ziehen. Das ist gefährlich, weil dabei die Schrauben abbrechen können.
Nächste Station: Werkstatt

In manchen Automodellen liegt kein vollwertiges Ersatzrad bei, sondern ein gelb gekennzeichnetes Notrad. Damit darf der Autofahrer maximal mit Tempo 80 unterwegs sein und sollte gleich den Weg in die nächste Werkstatt suchen, wo es dann gegen ein passendes Rad ausgetauscht wird. Beim vollwertigen Ersatzrad gilt: Nach etwa 20 Kilometern sollte man auf jeden Fall noch einmal anhalten und die Radschrauben nachziehen. Nach einer Fahrstrecke von etwa 50 bis 100 Kilometern ist ein Besuch bei einer Werkstatt ratsam, um die Radmuttern auf das korrekte Anzugsdrehmoment hin prüfen zu lassen.

Ersatzreifen sind meistens Sommerreifen, die aber auf kurzen Strecken auch im Winter ihren kurzfristigen Zweck erfüllen. Als Alternative zum Reserverad bietet der Zubehörhandel verschiedene Pannensets – in Form von Sprays oder aufwendigen Kompressor-Systemen. Aufgrund des breiten Angebots sollten sich Autofahrer vor einem Kauf von einem Fachmann beraten lassen.

Bild: CC