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12.02.2015 16:34 Age: 3 yrs
Category: Nachrichten

Der gläserne Autofahrer?

Autos sind rollende Computer. Eine Umfrage zeigt: Jeder Dritte ist bereit, seine Fahrzeugdaten preiszugeben.


Fahrzeugdaten wie die Fahrtroute und Geschwindigkeit lassen Rückschlüsse auf den Fahrstil und das Bewegungsmuster eines Autofahrers zu. Deshalb sollten sie geschützt werden. (Foto: CC)

Die Autos der Zukunft werden in der Lage sein, untereinander und mit bestimmten Einrichtungen, wie etwa Pannendiensten, zu kommunizieren. Es geht um Daten wie Geschwindigkeit und Fahrtroute, aber auch um die Fahrzeug-ID oder die Information, wer im Auto angeschnallt ist und wer nicht. Dadurch ließen sich auch Rückschlüsse auf das  Bewegungsprofil und den Fahrstil sammeln.


35 Prozent der Deutschen sind grundsätzlich dazu bereit, solche Fahrzeugdaten an Dritte weiterzugeben, wie der Digitalverband BITKOM durch eine repräsentative Umfrage herausgefunden hat. Bei den 14- bis 29-Jährigen ist sogar eine Mehrheit von 54 Prozent mit einer Datenübertragung einverstanden. Voraussetzung ist für die Meisten aber, dass sie dafür einen Gegenwert erhalten, zum Beispiel Rabatte bei der Kfz-Versicherung oder aktuelle Stauinfos. Neun Prozent würden jedoch ihre Fahrzeugdaten komplett ohne Gegenleistung herausgeben.


Keine Zukunftsmusik
Ab Herbst 2018 müssen alle Neuwagen mit dem automatischen Notrufsystem E-Call ausgestattet sein. Bei einem Unfall wählt das System automatisch die internationale Notrufnummer 112, übermittelt die Daten des Unfallorts und stellt die Kommunikation mit der Notfallzentrale her. Laut BITKOM-Umfrage gaben 39 Prozent der Befragten an, dass sie E-Call uneingeschränkt akzeptieren würden. 48 Prozent zeigten sich dagegen skeptisch und wollen das System nur dann befürworten, wenn die Datenweitergabe klar geregelt ist. Zwölf Prozent lehnten E-Call grundsätzlich ab. Die große Mehrheit will vor allem die Freiheit, selbst zu entscheiden: Fast drei Viertel der befragten Autofahrer sind der Meinung, dass jeder Autofahrer den automatischen Nothelfer im Fahrzeug selbst an- oder auch ausschalten können sollte.