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11.11.2013 15:29 Age: 4 yrs
Category: Nachrichten

Abgefahren: Durchsichtige Autos

Einem portugiesischen Forscherteam ist es gelungen, die Vision vom gläsernen Auto in die Realität umzusetzen: Mit Hilfe des See-through-Systems sollen Autofahrer in Zukunft durch vorausfahrende Wagen hindurchblicken können.


Technologie der Zukunft: Mit dem See-through-System durch das vorausfahrende Fahrzeug hindurchblicken. (Bild: University of Porto and Instituto de Telecomunicações)

Jeder kennt das Szenario: Ein langsamer Lastwagen tuckert gemütlich auf der Landstraße vor sich hin. Man hält kurz inne, setzt zum Überholmanöver an und hofft, dass niemand entgegen kommt. Dieser unschöne Nervenkitzel könnte bald ein Ende haben. Einem Professor für Computer- und Informationstechnik und seinem Team von der Universität Porto ist es gelungen, mit einem System einfach durch das vordere Fahrzeug hindurchzusehen.

See-through-System nennt sich diese neu entwickelte Technik. Dabei verfolgt der Hintermann ein Kamerabild aus dem vorausfahrenden Fahrzeug und sieht somit quasi die Straße zusätzlich mit dessen Augen. Dafür wird eine Kamera an der Frontscheibe des vorausfahrenden Fahrzeugs angebracht und per Funknetz in das Blickfeld des Hintermanns projiziert.

Und so funktioniert die Technologie

Das System läuft passiv im Hintergrund und kommt erst dann zum Einsatz, wenn man den Blinker setzt und die Fahrzeugsensoren einen Überholvorgang erkennen. Ist das vorausfahrende Fahrzeug mit der Technik ausgestattet, lässt sich das Bild in das hintere Fahrzeug projizieren. Das System erfasst, ob Gegenverkehr naht oder die Straße einen Knick macht.

Die letzte Hürde

Die Video-Vernetzung ist bereits in vielen Fahrzeugen integriert. Solche Kameras erkennen bislang beispielsweise Verkehrszeichen oder dienen dem Fußgängerschutz. Was noch fehlt, ist die passende Projektionstechnik des Videobildes. Denn noch wäre die Ablenkung zu groß, wenn das Kamerabild etwa auf einem Monitor in der Mittelkonsole eingespielt werden würde. Bis zum Durchbruch der See-through-Systeme wird es daher vermutlich noch ein Weilchen dauern.

Bild: University of Porto and Instituto de Telecomunicações